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News

Leben in Pernitz – mit dem Biber!

Der Biber ist mit bis zu 120cm Länge einschließlich des Schwanzes bzw. 30 kg Gewicht das größte heimische Nagetier. Er war in weiten Teilen Europas ausgerottet, ist aber durch Auswilderung und gesetzlich verankerte Schutzmaßnahmen wieder in einer stabilen Population in Österreich heimisch.

Wie es bei Wildtieren häufig der öffentlichen Wahrnehmung entspricht, freut man sich über ein Antreffen oder die sichtbaren Zeichen seiner Anwesenheit in der „Natur“ – im unmittelbaren Siedlungsraum des Menschen kommt es aber in den letzten Jahren immer wieder zu Interessenskonflikten. Beim Thema Biber geht es dabei zum Beispiel um:

  • Gefährdung durch das Umstürzen von angenagten Bäumen entlang von Wegen und Straßen
  • Schäden oder Beeinträchtigung von Kleinkraftwerkanlagen, Teichen und land- und forstwirtschaftlichen Kulturen durch den Nahrungserwerb des Bibers und die Anlage von Bauen
  • Auseinandersetzungen von Haustieren, besonders Hunden, mit den ausgeprägt territorialen Bibern

Auch im unmittelbaren Siedlungsgebiet von Pernitz trifft man immer wieder auf den Biber bzw. seine Spuren. Besonders mit dem beginnenden Herbst werden aufgrund des zurückgehenden Nahrungsangebotes für den Nager wieder vermehrt Bäume und Sträucher aus dem Bewuchs der Uferböschungen beschädigt oder gefällt. Der Bauhof Pernitz hat daher entlang der Piesting in unmittelbarer Nähe zum „weißen Wegerl“ einige größere Bäume mit einem Schutzgitter versehen. An der Pernitz – offenes Gerinne unterhalb der Gärtnere Hebenstreit – wurde ein Gitter angebracht, das den Aufstieg des Bibers erschweren soll. In weiterer Folge wird im November 2021 durch den Biberbeauftragten des Landes Niederösterreich eine Schulung für lokale Ansprechpartner für Fragen zum Biber durchgeführt.

Weiterführende Informationen zur aktuellen Situation, gesetzliche Rahmenbedingungen und Empfehlungen für den Umgang mit Wildtieren wie Wolf, Biber, Fischotter und Co finden Sie auf der vom Land Niederöstterreich betriebenen Wildtierinfo.

Wildtierinfo – Übersicht – Land Niederösterreich (noe.gv.at)

Zum Abschluss eine etwas überspitzt formulierte Frage:
Wie wollen wir international FÜR einen Schutz von Walen, Tigern, Elefanten etc. sein, wenn wir es nicht schaffen MIT dem Biber in der Heimat gut auszukommen?

Gesundhaltung der Rosskastanie

In diesem Jahr sind unsere alten Alleebäume wieder einmal in einem erbärmlich aussehenden Zustand. Geschuldet ist dies einem bereits seit etwa 20 Jahren überhand nehmenden Schädling, der durch den heurigen Witterungsverlauf mit großer Trockenheit im Juni und Juli noch begünstigt wurde. Mit Ende 2015 ist die Zulassung für Dimilin – ein gängiges Behandlungsmittel gegen die Miniermotte – aufgehoben worden. Was also kann man sonst noch tun, um die Rosskastanie nun zu schützen?

Am besten erweist es sich, das Laub im Herbst zu entfernen. In einem Kilogramm trockenem Laub können sich mehrere Tausend Puppen der Miniermotte befinden. Im Frühling ist es dafür leider zu spät!

Die nächstbeste Methode ist das Dezimieren der Motte durch Pheromonfallen. Diese Duftstofffallen simulieren ein Weibchen und lassen die Männchen wie ferngesteuert in die beleimten Fallen fliegen. Je nach Witterung ist diese Maßnahme im Frühjahr ab etwa Mitte April bis Anfang Mai durchzuführen. Eine Spritzung mit Insektiziden während der Blüte ist wegen der bestehenden Nebenwirkungen grundsätzlich nicht zu empfehlen.

Bei Neupflanzungen sollten unbedingt rotblühende Varianten der Rosskastanie bevorzugt werden, die wesentlich widerstandsfähiger gegen die Rosskastanienminiermotte sind. Das zeigt sich deutlich am Baumbestand entlang der P&R-Anlage am Bahnhof Pernitz-Muggendorf.

Weitere Informationen finden Sie unter
https://www.naturimgarten.at/newsletter/beitrag/laub-einsammeln-hilft-gegen-die-kastanienminiermotte.html

Laub einer weißblühenden Rosskastanie
Laub einer rotblühenden Variante der Rosskastanie

Nützlingshotel am Baumkreis

Das Land Niederösterreich fördert über die Energie- und Umweltagentur (eNu) die Ansiedlung von Nützlingen über sogenannte Nützlingshotels. Diese Nisthilfen sollen in möglichst naturnahen Biotopen=Lebensräumen vor allem Wildbienen wie Mauerbienen, Maskenbienen, aber auch solitär lebenden Grabwespen eine Brutmöglichkeit bieten.
Am Pernitzer Baumkreis neben dem Radweg zwischen Geramühlgasse und Wipfelhofstraße wurde bei der Errichtung eine bunte Blütenmischung verwendet. Auch die angrenzende Wiese 20 bzw. der Schilfgürtel bieten durch ihre “Wildheit” (späte bzw. keine Mahd) die idealen Voraussetzungen bezüglich Futter und Überwinterungsmöglichkeit für die Insekten. Und ein Brennnesselgestrüpp ist eine perfekte Kinderstube für einige Schmetterlingsarten!
Herzlichen Dank an Renate und Oliver, die bei der Aufstellung des Nützlingshotels tatkräftig mitgeholfen haben.