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Umwelt

Pernitz ist neue „Natur im Garten“ Gemeinde

Landesrat Martin Eichtinger: „Durch den Beschluss ,Natur im Garten‘ Gemeinde zu werden, fördert Pernitz attraktive Grünflächen und machen ihre Gemeinden für ihre Einwohnerinnen und Einwohner noch lebenswerter.“

Durch den Gemeinderatsbeschluss bestätigt die Gemeinde Pernitz, dass die öffentlichen Grünräume zukünftig entsprechend den „Natur im Garten“ Kriterien ohne chemisch-synthetische Pestizide und Düngemittel sowie ohne Torf gepflegt werden. Zudem legt Pernitz Wert auf die ökologische Gestaltung der gemeindeeigenen Grünflächen und die Förderung der Artenvielfalt. „Dank des Engagements der Gemeinden und Hobbygärtner ist Niederösterreich das ökologische Gartenland Nummer eins in Europa“, so Landesrat Martin Eichtinger.

Aktuell verzichten 455 Städte und Gemeinden in Niederösterreich bei der Pflege der öffentlichen Grünräume auf den Einsatz von chemisch-synthetischen Düngemitteln und Pestiziden sowie auf Torf. 9 von 10 Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher wünschen sich naturnah gepflegte öffentliche Grünräume. Diese Grünflächen sind für Bewohnerinnen und Bewohner ein wichtiger Ort zum Verweilen und Aktivsein.

„Die Themen Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein haben in Pernitz einen besonders hohen Stellenwert. Wenn bei uns Grünräume naturnah und zum Schutz von Nützlingen gestaltet und gepflegt werden, werden wir der Verantwortung und Vorbildrolle unseren Bürgerinnen und Bürgern gegenüber gerecht“, zeigt sich Bgm. Hubert Postiasi von der Aufnahme in die Bewegung „Natur im Garten“ begeistert.

Hintergrund

Chemisch-synthetische Pestizide werden bei der ökologischen Pflege durch biologische Mittel bzw. durch den Einsatz mechanischer oder thermischer Verfahren ersetzt. Gemeinden verzichten auf chemisch-synthetische Düngemittel und arbeiten mit organischen Düngern und Pflanzenstärkung, was den Aufbau und die Erhaltung eines gesunden Bodens gewährleistet: Pflanzenvielfalt, dauerhafte Bepflanzungen mit Stauden und Gehölzen, Bodenpflege und die Schaffung natürlicher Nischen können Pflegearbeiten wie Bewässerung, Unkraut jäten oder auch Pflanzenschutzmaßnahmen minimieren. Die „Natur im Garten“ Gemeinden zeigen so, wie sich ansprechende Grünflächengestaltung mit Ökologie und Naturnähe verbinden lässt. Laufende Beratungen und Webinare von „Natur im Garten“ Expertinnen und Experten unterstützen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Gemeinden bei der täglichen Arbeit auf den Grünflächen.

Leben in Pernitz – mit dem Biber!

Der Biber ist mit bis zu 120cm Länge einschließlich des Schwanzes bzw. 30 kg Gewicht das größte heimische Nagetier. Er war in weiten Teilen Europas ausgerottet, ist aber durch Auswilderung und gesetzlich verankerte Schutzmaßnahmen wieder in einer stabilen Population in Österreich heimisch.

Wie es bei Wildtieren häufig der öffentlichen Wahrnehmung entspricht, freut man sich über ein Antreffen oder die sichtbaren Zeichen seiner Anwesenheit in der „Natur“ – im unmittelbaren Siedlungsraum des Menschen kommt es aber in den letzten Jahren immer wieder zu Interessenskonflikten. Beim Thema Biber geht es dabei zum Beispiel um:

  • Gefährdung durch das Umstürzen von angenagten Bäumen entlang von Wegen und Straßen
  • Schäden oder Beeinträchtigung von Kleinkraftwerkanlagen, Teichen und land- und forstwirtschaftlichen Kulturen durch den Nahrungserwerb des Bibers und die Anlage von Bauen
  • Auseinandersetzungen von Haustieren, besonders Hunden, mit den ausgeprägt territorialen Bibern

Auch im unmittelbaren Siedlungsgebiet von Pernitz trifft man immer wieder auf den Biber bzw. seine Spuren. Besonders mit dem beginnenden Herbst werden aufgrund des zurückgehenden Nahrungsangebotes für den Nager wieder vermehrt Bäume und Sträucher aus dem Bewuchs der Uferböschungen beschädigt oder gefällt. Der Bauhof Pernitz hat daher entlang der Piesting in unmittelbarer Nähe zum „weißen Wegerl“ einige größere Bäume mit einem Schutzgitter versehen. An der Pernitz – offenes Gerinne unterhalb der Gärtnere Hebenstreit – wurde ein Gitter angebracht, das den Aufstieg des Bibers erschweren soll. In weiterer Folge wird im November 2021 durch den Biberbeauftragten des Landes Niederösterreich eine Schulung für lokale Ansprechpartner für Fragen zum Biber durchgeführt.

Weiterführende Informationen zur aktuellen Situation, gesetzliche Rahmenbedingungen und Empfehlungen für den Umgang mit Wildtieren wie Wolf, Biber, Fischotter und Co finden Sie auf der vom Land Niederöstterreich betriebenen Wildtierinfo.

Wildtierinfo – Übersicht – Land Niederösterreich (noe.gv.at)

Zum Abschluss eine etwas überspitzt formulierte Frage:
Wie wollen wir international FÜR einen Schutz von Walen, Tigern, Elefanten etc. sein, wenn wir es nicht schaffen MIT dem Biber in der Heimat gut auszukommen?

Gesundhaltung der Rosskastanie

In diesem Jahr sind unsere alten Alleebäume wieder einmal in einem erbärmlich aussehenden Zustand. Geschuldet ist dies einem bereits seit etwa 20 Jahren überhand nehmenden Schädling, der durch den heurigen Witterungsverlauf mit großer Trockenheit im Juni und Juli noch begünstigt wurde. Mit Ende 2015 ist die Zulassung für Dimilin – ein gängiges Behandlungsmittel gegen die Miniermotte – aufgehoben worden. Was also kann man sonst noch tun, um die Rosskastanie nun zu schützen?

Am besten erweist es sich, das Laub im Herbst zu entfernen. In einem Kilogramm trockenem Laub können sich mehrere Tausend Puppen der Miniermotte befinden. Im Frühling ist es dafür leider zu spät!

Die nächstbeste Methode ist das Dezimieren der Motte durch Pheromonfallen. Diese Duftstofffallen simulieren ein Weibchen und lassen die Männchen wie ferngesteuert in die beleimten Fallen fliegen. Je nach Witterung ist diese Maßnahme im Frühjahr ab etwa Mitte April bis Anfang Mai durchzuführen. Eine Spritzung mit Insektiziden während der Blüte ist wegen der bestehenden Nebenwirkungen grundsätzlich nicht zu empfehlen.

Bei Neupflanzungen sollten unbedingt rotblühende Varianten der Rosskastanie bevorzugt werden, die wesentlich widerstandsfähiger gegen die Rosskastanienminiermotte sind. Das zeigt sich deutlich am Baumbestand entlang der P&R-Anlage am Bahnhof Pernitz-Muggendorf.

Weitere Informationen finden Sie unter
https://www.naturimgarten.at/newsletter/beitrag/laub-einsammeln-hilft-gegen-die-kastanienminiermotte.html

Laub einer weißblühenden Rosskastanie
Laub einer rotblühenden Variante der Rosskastanie

Der HECKENTAG 2021 steht vor der Tür

Preisen, bestem Service und Kontakt zu hunderten anderen Hecken-Fans. Hole dir garantiert aus deiner Region abstammende Sträucher und Bäume und leiste damit einen lebendigen Beitrag zum Klimaschutz und zum Erhalt unserer wichtigen Bestäuberinsekten. Mit Bäumen und Sträuchern vom Heckentag kannst du dir und deinem Garten richtig viel Gutes tun.

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Anti Atom Komitee – Unterschriftenliste

Immer mehr tschechische Gemeinden wehren sich gegen ein Endlager und sie brauchen unsere Unterstützung!

Tschechien plant, nun auch slowakischen Atommüll in Tschechien zu lagern. Dies würde eine Vervielfachung des Risikos für Österreich bedeuten. Noch dazu sollen nun zwei weitere Standorte in der Nähe von Temelin und Dukovany untersucht werden. Ein weiteres Indiz, dass nicht mehr die ohnehin unzureichende Eignung eines Standortes im Vordergrund steht, sondern nur mehr die Durchsetzbarkeit, weil sich auch immer mehr tschechische Gemeinden dagegen wehren.

Das anti-atom-komitee hat bereits 13.000 Unterschriften dem Umweltministerium überreicht.

Diese Unterschriftenaktion soll nun aufgefrischt werden und auch die neue Bundesregierung unmissverständlich aufgefordert werden, alle rechtlich möglichen Maßnahmen zu ergreifen, die Errichtung eines grenznahen Atommüllendlagers und den Ausbau bestehender Atomkraftwerke zu verhindern!

Unterstützen Sie diese Forderungen mit Ihrer Unterschrift!

Unterschriftenliste herunterladen und ausgefüllte Liste an das Anti Atom Komitee senden:
Promenade 11, 4240 Freistadt, office@anti.atom.at, +43 7942 72543.

Fruchtend- oder Blütenendfäule im heimischen Garten

Viele Menschen werden dieses Problem kennen. Heuer ist es sehr lange heiß und trocken gewesen und wurde durch Perioden hoher Luftfeuchtigkeit abgelöst. Häufiger als in den voran gegangenen Jahren sind Tomatenpflanzen von der Fruchtend- oder Blütenendfäule befallen.

Was genau ist eine Fruchtend- oder Blütenfäule?

Die Fruchtendfäule, oder auch Blütenendfäule genannt, ist kein Pilz-, oder Schädlingsbefall der Pflanze sondern ein Nährstoffmangel. Genau gesagt ist es ein Mangel an Kalzium. Dieses Mineral ist für Blatt- und Fruchtstabilität wichtig und gelangt aus unterschiedlichen Gründen nicht in die Pflanze.

Bei Kalziummangel muss nicht zwangsläufig zu wenig Kalzium im Boden sein, die Pflanzen können es oft einfach nicht aufnehmen. Die Blütenendfäule wird meist durch eine zu niedrige beziehungsweise unregelmäßige Wasserversorgung und eine zu gut gemeinte Düngung mit Stickstoff – speziell Ammonium, Magnesium und Magnesium, ausgelöst.

Woran erkennt man einen Befall?

Betroffene Früchte bekommen dann an ihrer Spitze zuerst ein glasig, weiches Gewebe, welches sich dann nach innen einsinkend braunschwarz verfärbt.

Warum und wie entsteht sie?

Die Blütenendfäule befällt hauptsächlich Tomatenpflanzen, vor allem die schnell wachsenden Sorten. Gerade in Gewächshäusern treten häufiger als im Freiland diese Mangelerscheinungen auf. Aber auch Zucchini, Chili, Gurken und Paprika können von der Fäule heimgesucht werden.

Die Pflanzen wachsen und gedeihen in einer Art „Saugkreislauf“. Über die Wurzeln nimmt sie die im Wasser gelösten Nährstoffe auf. Der „Saugeffekt“ in der Pflanze wird über die Verdunstung des Wassers über die Blätter angeregt. Da die Blätter einer Pflanze mehr Wasser verdunsten als die Früchte, werden eben auch die Blätter, im Fall einer Unterversorgung, vor den Früchten mit Nährstoffen versorgt. Und genau diese Unterversorgung von z.B. Kalzium sorgt dann für die typische Fäule an den Früchten. Wird nicht ausreichend gegossen, oder die Luftfeuchtigkeit behindert die nötige Verdunstung der Pflanzenflüssigkeit über die Blätter, stagniert der „Wachstumsfluss“ in der Pflanze und die Fäule setzt ein.

Wie kann man die Fäule verhindern?

Präventiv kann man schon beim Einpflanzen ein sogenanntes Urgesteinsmehl in das Pflanzsubstrat einarbeiten. Bei Topf und Kübelpflanzen ist es zudem unerlässlich, da das Substrat auf eine vergleichsweise kleine Fläche beschränkt ist. Da aber das Urgesteinsmehl nach einer Weile aus dem Substrat ausgewaschen wird, muss es nach einer gewissen Zeit erneut ausgebracht werden. Es muss dennoch für eine gleichmäßige und ausreichende Wasserversorgung gesorgt sein.

Kann man betroffene Pflanzen davon befreien?

Es gibt aber Möglichkeiten, auch bereits betroffenen Pflanzen zu helfen und bereits beginnende Fäule zu lindern oder ganz zu stoppen. Ein jeder kennt sicher die handelsüblichen Kalzium-Magnesium-Brausetabletten, welche man in jeder Drogerie kaufen kann. Folgendes Hausrezept kann empfohlen werden:

  • 2  Kalzium-Magnesium-Brausetabletten
  • 400ml Wasser in einer Sprühflasche

Die Brausetabletten nach Anweisung im Wasser auflösen, also 200ml Wasser für 1 Tablette. Die Flüssigkeit bis zum Abend stehen lassen, und erst abends wenn die Sonne nicht mehr scheint die Blätter und Früchte einsprühen. Diese Prozedur sollte regelmäßig wiederholt werden, und die Bewässerung sollte optimiert werden.

Sind betroffene Früchte noch essbar?

Ja! Die betroffenen Früchte sind dennoch essbar, da nur die Spitzen der Früchte betroffen sind und es sich ja nicht um ein Schädling oder Pilz handelt. Der Geschmack der Früchte ist nicht beeinträchtigt. Man schneidet einfach die Stellen weg und kann die Frucht wie gewohnt verzehren.

Fortbildung “ökologische Grünraumpflege”

Am Donnerstag 8.7.2021 wurde in Zusammenarbeit mit der Organisation Natur im Garten am Gemeindeamt Pernitz eine Fortbildung für Bauhofmitarbeiter und Mandatare durchgeführt. Petra Hirner und Andreas Steinert legten den Schwerpunkt in ihren Ausführungen auf folgende Themen: Reduktion bzw. Verzicht auf Pestizide im kommunalen Bereich, Anlage und Pflege von klimafitten Grünflächen wie Naturwiesen und Staudenbeete bzw. die mechanische und thermische Bekämpfung von Unkräutern im Bereich von Gehwegen und Straßen. Abgerundet wurde der Vormittag durch die Vorführung von Spezialgeräten zur mechanischen Unkrautbekämpfung.
Neben Oliver Lemmerer, Michael Pernhofer und Kevin Rief aus unserem Bauhof waren auch weitere interessierte Mandatare und Mitarbeiter aus Pernitz und den Nachbargemeinden mit dabei. Das ergab wertvolle Diskussionsbeiträge und auch einen angeregten Austausch über aktuelle Herausforderungen in der Pflege von kommunalen Grünflächen.

Baumaktion der Marktgemeinde Pernitz mit EVN angelaufen

Bis Ende September haben EVN-Kunden noch die Möglichkeit ihre gesammelten Bonuspunkte für die Pflanzung von Bäumen in ihrer Heimatgemeinde zu spenden. Zum Auftakt der Aktion stattete Kundenbetreuer DI Christian Sibitz der Marktgemeinde Pernitz einen Besuch ab. Gemeinsam mit Bürgermeister Hubert Postiasi und Vizebürgermeister Markus Panzenböck befürwortete man diese Aktion für mehr Beschattung im Siedlungsgebiet neben der Erzeugung von Strom auf erneuerbarem Wege als wichtige Maßnahmen gegen den Klimawandel bzw. als absolut notwendige Anpassungen. Potentielle Standorte der Jungbäume wurden im Ausschuss für Umwelt und Verkehr bereits vorbesprochen.

Nützlingshotel am Baumkreis

Das Land Niederösterreich fördert über die Energie- und Umweltagentur (eNu) die Ansiedlung von Nützlingen über sogenannte Nützlingshotels. Diese Nisthilfen sollen in möglichst naturnahen Biotopen=Lebensräumen vor allem Wildbienen wie Mauerbienen, Maskenbienen, aber auch solitär lebenden Grabwespen eine Brutmöglichkeit bieten.
Am Pernitzer Baumkreis neben dem Radweg zwischen Geramühlgasse und Wipfelhofstraße wurde bei der Errichtung eine bunte Blütenmischung verwendet. Auch die angrenzende Wiese 20 bzw. der Schilfgürtel bieten durch ihre “Wildheit” (späte bzw. keine Mahd) die idealen Voraussetzungen bezüglich Futter und Überwinterungsmöglichkeit für die Insekten. Und ein Brennnesselgestrüpp ist eine perfekte Kinderstube für einige Schmetterlingsarten!
Herzlichen Dank an Renate und Oliver, die bei der Aufstellung des Nützlingshotels tatkräftig mitgeholfen haben.